„Ich werde so lange ich denken und leben kann, gegen Rechtspopulismus, Fanatismus, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit kämpfen.“

Menschen und ihre Geschichten beeindrucken mich immer wieder. Die heutige Begegnung gehört zu den bewegendsten der vergangenen Jahre. Lisa Schomburg und Manfred Hüllen haben den Zweiten Weltkrieg als Kinder erlebt. Für Lisa war Hitler ein Held, Juden konnte sie nicht leiden, weil es ihr eingetrichtert wurde. Sie überlebte einen Bombenangriff in Hamburg, schilderte wie im Luftschutzbunker alles wackelte, auf und ab sprang und sie erst nach Stunden befreit wurde. Und dann war da auch noch Manfred Hüllen. Als er noch nicht einmal sechs Jahre alt war, wurde seine Mutter vor seinen Augen vergewaltigt. Er hat im gleichen Alter erschoßene Soldaten gesehen. Von ihren Erlebnissen haben die beiden heute am 75. Jahrestag der Befreiung Schülern der Albinus-Gemeinschaftsschule Lauenburg erzählt. Wegen der Corona-Schutzmaßnahmen durften nur zwei Schüler dabei sein. Für alle anderen wurde das Gespräch gefilmt. Das Video soll auf der Internetseite der Schule veröffentlicht werden, damit die Erinnerungen für die Zukunft gesichert sind. Die Überschrift hat Manfred Hüllen geliefert. Es gibt ihm Kraft, wenn er mit jungen Menschen über seine traumatischen Erfahrungen spricht. Auch dieser stammt von ihm: „Krieg ist die letzte Scheiße die der Mensch machen kann.“

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