Sachlich oder nah dran?

Menschen mit Blutkrebs brauchen meist eine Stammzellspende. Darüber habe ich schon so viele Male berichtet. Jedes Mal steckt hinter diesem einfachen Fakt ein Schicksal. Vor wenigen Tagen bekam ich einen Anruf. Der Pressesprecher einer Feuerwehr machte mich auf einen Kameraden aufmerksam. 39 Jahre alt, zweifacher Vater, engagierter Feuerwehrmann. Uff, durchatmen. Den Redaktionen eine Angebot geschickt. Die Kolleg*innen baten mich es umzusetzen. Der erste Teil, ein Telefoninterview mit der besten Freundin. Vorgespräch geführt, Mitgefühl gezeigt. Dann Dreh für s Fernsehen. Ideen besprochen, alles organisiert. Es war klar, dass es ein sehr bewegender Film werden würde. Doch dann stand ich da plötzlich am Spint des Feuerwehrmannes. Mein Kameramann filmte den verlassenen Spint, die ungenutzte Einsatzkleidung. Still im Umkleideraum. Wie eine Andacht. Viele traurige Gedanken über einen Mann, den ich noch nicht mal persönlich getroffen habe. Kämpfe mit den Tränen. Aber es gibt Hoffnung. Vielleicht sieht ja die entscheidende Person den Beitrag, registriert sich, der Körper nimmt die Spende an und alles ist gut. Hoffnung. Es kann noch viel Gutes passieren. Ist es zu unprofessionell? Ist der Bericht zu nah? Um etwas zu erreichen, andere zu bewegen, aufzurütteln, muss es manchmal sein. Ich drücke die Daumen! Hier zum Beitrag (bis 8.11.23 verfügbar) und hier zur DKMS-Aktion.