Autodisco in Stormarn

Zehn Wochen, oder zweieinhalb Monate ist es her, dass Knut Walsleben Gäste in seiner Discothek hatte. Drinnen im FunParc Trittau war auch heute nichts los. Wegen der Corona-Pandemie gelten ja weiter strenge Kontakt- und Hygieneregeln. Aber auf Walslebens Parkplatz war es richtig voll. Etwa 400 Autos waren zur ersten Autodisco Stormarns gekommen. Zwischen 21 Uhr und Mitternacht hat ein DJ auf einer Bühne für Stimmung gesorgt. Die Musik landete per UKW im Autoradio. Aussteigen durfte keiner, nur zur Toilette gehen war erlaubt. Suse aus Lübeck war mit ihren Töchtern da. „Wir haben extra den Urlaub in Heiligenhafen abgebrochen, um heute hier mal Party mitzumachen. Weil seit neun Wochen puzzeln, wir können nicht mehr, das musste mal sein.“ Die Party im Auto hat ihr sichtbar Spaß gemacht. Knut Walsleben kämpft unterdessen um seine Existenz. Auch wenn es Soforthilfem vom Staat und Kredite gibt, Einnahmen kann er für seine acht Mitarbeiter gerade nicht generieren. Wie lange er noch geschlossen haben muss, bleibt unklar. Die Ansteckungsgefahr in Clubs ist einfach zu groß. Nach Angaben von Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg kann die Viruslast in schlecht belüften Räumen mit vielen Menschen sehr hoch sein. Das Ansteckungsrisiko ist dadurch ebenfalls hoch. Die Bilder zeigen, die Stimmung war sensationell. Für NDR Info durfte ich einen Beitrag machen. Er läuft erst am Samstag.

„Ich werde so lange ich denken und leben kann, gegen Rechtspopulismus, Fanatismus, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit kämpfen.“

Menschen und ihre Geschichten beeindrucken mich immer wieder. Die heutige Begegnung gehört zu den bewegendsten der vergangenen Jahre. Lisa Schomburg und Manfred Hüllen haben den Zweiten Weltkrieg als Kinder erlebt. Für Lisa war Hitler ein Held, Juden konnte sie nicht leiden, weil es ihr eingetrichtert wurde. Sie überlebte einen Bombenangriff in Hamburg, schilderte wie im Luftschutzbunker alles wackelte, auf und ab sprang und sie erst nach Stunden befreit wurde. Und dann war da auch noch Manfred Hüllen. Als er noch nicht einmal sechs Jahre alt war, wurde seine Mutter vor seinen Augen vergewaltigt. Er hat im gleichen Alter erschoßene Soldaten gesehen. Von ihren Erlebnissen haben die beiden heute am 75. Jahrestag der Befreiung Schülern der Albinus-Gemeinschaftsschule Lauenburg erzählt. Wegen der Corona-Schutzmaßnahmen durften nur zwei Schüler dabei sein. Für alle anderen wurde das Gespräch gefilmt. Das Video soll auf der Internetseite der Schule veröffentlicht werden, damit die Erinnerungen für die Zukunft gesichert sind. Die Überschrift hat Manfred Hüllen geliefert. Es gibt ihm Kraft, wenn er mit jungen Menschen über seine traumatischen Erfahrungen spricht. Auch dieser stammt von ihm: „Krieg ist die letzte Scheiße die der Mensch machen kann.“

Der Artikel auf ndr.de/sh

Check des neuen Winnetou

Was für ein Timing. In unserer Vorstellung der Karl-May-Spiele in Bad Segeberg war der 300.000 Besucher zu Gast. Leider waren wir es nicht. Aber es war trotzdem ein sehr kurzweiliger Abend. Die Show in der Kalkbergarena überrascht mich immer wieder. So viel Action und kleine süße Ideen machen den Besuch jedes Jahr wieder zu einem tollen Erlebnis. Und Alexander Klaws liefert richtig ab. Ein würdiger Winnetou.

Partystimmung trotz Unwetterwarnung in Elmshorn

Dunkle Wolken am Horizont, Sturm wirbelt Sand auf, Regen peitscht und die Elmshorner feiern ganz entspannt. So sieht die kurze Zusammenfassung der NDR Sommertour aus. Als Reporter durfte ich in diesem Jahr wieder live für das Radio berichten. Nachmittags herrschte hinter der Bühne große Aufregung. Denn eine dicke große Gewitterzelle sollte genau zum Start der Veranstaltung über Elmshorn ziehen. Aus Sicherheitsgründen wurde die Stadtwette leider abgesagt. Buchstaben sollten mit StandUpPaddelingBoards über die Krückau transportiert werden. Bei Gewitter zu gefährlich. Zum Glück blieb es den restlichen Abend trocken. Tausende Besucher kamen, um mit Glasperlenspiel den Sommer zu feiern. Wer es nicht auf den Platz schaffte, tanzte auf der anderen Seite der Krükau mit. Auch auf der Klostersande gab es eine private Party. War das schön!

Ab ins Mittelalter

Die Schlacht von Suentana ist im Erlebniswald Trappenkamp ein echtes Highlight. Gefühlt sind Zeitreisen doch möglich. Es wirkte großartig, wie Bogenschützen, Reiter und Fußsoldaten die legendäre Schlacht nachgestellt haben. Besonders beeindruckt hat mich das Zeltlager. Riesengroß und mit so viel Liebe zum Detail gearbeitet. Wahnsinn.

Fridays for Future auch in SH

Da sag doch mal einer junge Menschen wären nicht politisch. In Bad Oldesloe sind heute jedenfalls einige auf die Straße gegangen, um für Klimaschutz zu demonstrieren. In den Schulen fand gleichzeitig ein Aktionstag statt. Dadurch wurde der Schulstreik zu einer umstrittenen Sache. Haben die Schüler nun unentschuldigt gefehlt, oder war es eine schulische Veranstaltung. Bin gespannt, wie häufig sich die Schüler in den kommenden Wochen daran beteiligen. Für mich war es ein sehr streßiger Einsatz. Mit dem Handy und einer App meldete ich mich live ins Programm. Dann musste ich auch noch Interview-Töne einspielen. Sehr aufregende Arbeitsbedingungen die einen fordern.

Euphorie über Autobahn

Die A7 ist nicht nur die längste Autobahn Deutschlands sondern wohl auch die wichtigste. Jetzt ist sie in Schleswig-Holstein auch auf drei Spuren je Richtung ausgebaut. 60 Kilometer wurden in nur vier Jahren erweitert. Ein gigantisches Projekt, dass ich immer wieder begleiten durfte – so auch jetzt die Freigabe. Die Freigabe einer Autobahn ist schon eine sehr skurile Situation. An der Fahrbahn steht ein großes Zelt, als würde eine große Party stattfinden. Und drinnen, viele Reden, Lobeshymnen auf die vollbrachte Leistung. Und draußen? Da hupen immer wieder vorbeifahrende LKW und Autos.

Ausblick auf den Tag Start der Übergabe Übergabe erfolgt